Cité Blanche Lafarge
Am Nachmittag wollten wir ursprünglich ein mittelalterliches Dorf im Rhônetal besichtigen, entschieden uns unterwegs jedoch spontan um. Einige Kilometer weiter besuchten wir stattdessen die stillgelegte Anlage der ehemaligen Zementfabrik Cité Blanche Lafarge. Dort befinden sich verlassene Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und sogar eine kleine Kirche aus der Zeit, als die Fabrik noch in Betrieb war.
Die gesamte Anlage wirkte wie eine kleine verlassene Stadt mitten in der Landschaft. Zwischen den alten Gebäuden verliefen überwucherte Wege, zerbrochene Fenster und verblasste Fassaden erinnerten noch an das frühere Leben der Arbeiterfamilien. Trotz des sichtbaren Verfalls hatte der Ort eine besondere Atmosphäre, die gleichzeitig ruhig, beeindruckend und irgendwie surreal wirkte.
Früher lebten hier zahlreiche Arbeiterfamilien, die direkt mit der Industrieanlage verbunden waren. Heute stehen die Gebäude leer und viele Flächen sind dem Verfall überlassen. Mehrere Künstler haben Mauern und Fassaden mit Graffiti und anderen Kunstwerken gestaltet, wodurch der Ort einen ganz eigenen Charakter erhalten hat. Gerade dieser Kontrast zwischen Verfall, Natur und moderner Kunst machte den Besuch für uns besonders interessant.
Anschließend suchten wir uns in der Umgebung einen ruhigen Platz für die Übernachtung.