Pont du Gard 🇫🇷

Pont du Gard

Am 20.05. führte uns unsere Route zunächst durch Béziers, eine der ältesten Städte Frankreichs. Besonders beeindruckend waren der berühmte Canal du Midi sowie die imposante Kathedrale Saint-Nazaire, die hoch über der Altstadt thront und bereits von weitem sichtbar ist. Nach einigen Eindrücken aus der historischen Stadt setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten am Abend das kleine Dorf Remoulins. Dort fanden wir einen ruhigen Übernachtungsplatz am Rand des Dorfes und ließen den Tag entspannt ausklingen.

Am nächsten Morgen starteten wir typisch französisch mit Kaffee und Croissant in einem kleinen Café in den Tag, bevor wir uns auf den Weg zum Pont du Gard machten. Das beeindruckende römische Aquädukt wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut und diente dazu, Wasser über viele Kilometer bis nach Nîmes zu transportieren. Mit seinen drei Ebenen zählt der Pont du Gard heute zu den bedeutendsten erhaltenen Bauwerken der römischen Antike in Frankreich und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einer ausführlichen Besichtigung und einigen Fotos verbrachten wir noch etwas Zeit am Fluss unterhalb des Aquädukts und gingen dort baden.

Anschließend erkundeten wir noch Remoulins, dessen Geschichte eng mit dem Pont du Gard verbunden ist. Früher lebten viele Bewohner vom Handel und von Reisenden, die zwischen Nîmes und Avignon unterwegs waren. Besonders beeindruckend fanden wir den alten Friedhof des Dorfes mit seinen engen Wegen, verwitterten Grabsteinen und kleinen Kapellen, die dem Ort eine besondere und ruhige Atmosphäre verliehen.

Cité Blanche Lafarge

Am Nachmittag wollten wir ursprünglich ein mittelalterliches Dorf im Rhônetal besichtigen, entschieden uns unterwegs jedoch spontan um. Einige Kilometer weiter besuchten wir stattdessen die stillgelegte Anlage der ehemaligen Zementfabrik Cité Blanche Lafarge. Dort befinden sich verlassene Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und sogar eine kleine Kirche aus der Zeit, als die Fabrik noch in Betrieb war.

Die gesamte Anlage wirkte wie eine kleine verlassene Stadt mitten in der Landschaft. Zwischen den alten Gebäuden verliefen überwucherte Wege, zerbrochene Fenster und verblasste Fassaden erinnerten noch an das frühere Leben der Arbeiterfamilien. Trotz des sichtbaren Verfalls hatte der Ort eine besondere Atmosphäre, die gleichzeitig ruhig, beeindruckend und irgendwie surreal wirkte.

Früher lebten hier zahlreiche Arbeiterfamilien, die direkt mit der Industrieanlage verbunden waren. Heute stehen die Gebäude leer und viele Flächen sind dem Verfall überlassen. Mehrere Künstler haben Mauern und Fassaden mit Graffiti und anderen Kunstwerken gestaltet, wodurch der Ort einen ganz eigenen Charakter erhalten hat. Gerade dieser Kontrast zwischen Verfall, Natur und moderner Kunst machte den Besuch für uns besonders interessant.

Anschließend suchten wir uns in der Umgebung einen ruhigen Platz für die Übernachtung.

Wetter wird geladen ...