Arles 🇫🇷

Ankunft in Arles

Nach dem Trubel von Marseille fuhren wir weiter Richtung Arles – eine Stadt, die sofort ein ganz anderes Tempo vorgab. Enge Gassen, warme Steinfarben und dieser leicht verschlafene Charme des Südens empfingen uns bei unserem kleinen Stadtbummel.

Arles zählt zu den geschichtsträchtigsten Städten der Provence und begeistert mit einer einzigartigen Mischung aus römischem Erbe, südfranzösischer Gelassenheit und kultureller Atmosphäre. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und lädt mit ihren kleinen Plätzen, Cafés und historischen Gebäuden dazu ein, einfach treiben zu lassen.

Die Arena von Arles

Ein absolutes Highlight war die imposante Arena von Arles, die mitten im historischen Zentrum lag. Das römische Amphitheater stammt aus dem 1. Jahrhundert und bot einst Platz für mehr als 20.000 Zuschauer. Noch heute finden dort Veranstaltungen und Konzerte statt, wodurch die Arena auch nach fast 2000 Jahren weiterhin lebendig wirkt.

Van Gogh und das besondere Flair

Berühmt ist Arles außerdem als Wirkungsort von Vincent van Gogh. Viele seiner bekannten Gemälde entstanden hier, inspiriert vom besonderen Licht der Provence und den farbenfrohen Straßenszenen der Stadt. Beim Spaziergang durch Arles versteht man schnell, warum Künstler sich von diesem Ort angezogen fühlten – die Mischung aus Geschichte, Kunst und mediterraner Atmosphäre ist wirklich etwas Besonderes.

Die römische Arena von Arles

Die Arena stammte aus der Zeit des Römischen Reiches und wurde um das Jahr 90 n. Chr. erbaut – also vor fast 2.000 Jahren. Sie diente damals als klassisches Amphitheater für Gladiatorenkämpfe und konnte rund 20.000 Zuschauer fassen.

Besonders faszinierend war, wie gut das Bauwerk bis heute erhalten ist: Die zweigeschossigen Arkaden und die ovale Form sind noch klar erkennbar und vermitteln einen lebendigen Eindruck davon, wie bedeutend Arles einst als römische Stadt war.

Von der Arena zur Festung

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Arena viele Wandlungen. Im Mittelalter wurde sie sogar zur Festung umgebaut – inklusive Türmen und Wohnhäusern innerhalb der Mauern.

Erst im 19. Jahrhundert begann man, das Bauwerk wieder freizulegen und in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen.

Zwei ruhige Tage in Arles

Wir beendeten den Tag in einer gemütlichen Kneipe, in der wir noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, bevor wir uns schließlich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz machten. Fündig wurden wir auf einem etwas außerhalb gelegenen Supermarktparkplatz – nicht besonders idyllisch, aber zweckmäßig.

Dort blieben wir dann gleich zwei Tage stehen. Starker Wind und anhaltender Regen machten ein Weiterfahren zunächst eher unangenehm. Immerhin hatte der Platz einen entscheidenden Vorteil: gutes Internet. So konnte ich die Zeit nutzen und weiter an meinem Blog arbeiten.

Anette hingegen war unterwegs – einkaufen und sogar beim Friseur. Der Wind sollte vorerst bleiben, und so richteten wir uns notgedrungen ein wenig im Stillstand ein.

Weiterfahrt in die Camargue

Getrieben von Aufbruchsstimmung und begleitet von strahlendem Sonnenschein ging es schließlich am nächsten Tag weiter. Von Arles aus fuhren wir in Richtung Camargue, genauer gesagt zu einem ornithologischen Park.

Doch schon bei der Ankunft zeigte sich: Wir waren nicht allein. Massenweise Reisebusse und unzählige PKWs ließen schnell erkennen, dass es hier alles andere als ruhig werden würde.

Saintes-Maries-de-la-Mer

Also entschieden wir uns spontan um und fuhren weiter in das kleine Örtchen Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Name bedeutet „Heilige Marien des Meeres“. Der Legende nach sollen hier nach der Zeit von Jesus mehrere Frauen – darunter Maria Magdalena – an Land gekommen sein.

Dort fanden wir einen angenehmen Stellplatz und nutzten die Gelegenheit für eine ausgedehnte Runde durch die Umgebung.

Die mittelalterliche Stadt Aigues-Mortes

Nach einem entspannten Mittagessen führte die Route weiter in Richtung Aigues-Mortes – ein Ort, der schon beim ersten Anblick Eindruck hinterlässt. Die vollständig erhaltene Stadtmauer erhebt sich mächtig aus der flachen Landschaft der Camargue und vermittelt sofort das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen.

Aigues-Mortes wurde im 13. Jahrhundert von Ludwig IX. gegründet. Der König ließ die Stadt gezielt als Zugang zum Mittelmeer ausbauen, da Frankreich damals kaum eigene Häfen in dieser Region besaß. Von hier aus brach er zu den Kreuzzügen ins Heilige Land auf.

Stadtmauern und Geschichte

Die mächtigen Stadtmauern, die heute noch vollständig erhalten sind, stammen ebenfalls aus dieser Zeit und dienten dem Schutz der strategisch wichtigen Hafenstadt. Im Laufe der Jahrhunderte verlor Aigues-Mortes durch die Versandung der Lagunen jedoch an Bedeutung als Hafen – und genau das bewahrte die Stadt vor großen Veränderungen.

Die Salins du Midi

Auch die nahegelegenen Salins du Midi sollte man nicht außer Acht lassen: Die rosafarben schimmernden Salzbecken bilden einen faszinierenden Kontrast zur sonst eher kargen Landschaft und geben dem Ort eine ganz eigene Stimmung.

Ein ruhiger Tagesabschluss

Am späten Nachmittag ging es weiter entlang der Küste, bis sich mit dem ruhigen Parkplatz „Parking della Tortue“ ein passender Platz für die Nacht fand. Abseits der Hauptstraße ließ sich der Tag in angenehmer Stille ausklingen – ein gelungener Abschluss mit einer überraschend ruhigen Nacht.

Auf der Suche nach einem Strand

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns gegen Mittag wieder auf den Weg – diesmal in Richtung Meer, auf der Suche nach einem schönen Strand. Die Sonne schien, doch der Wind war überraschend kühl. Dazu kam, dass sich das Parken mit dem Wohnmobil als echte Herausforderung entpuppte: Überall Höhenbegrenzungen, die uns einen Strich durch die Rechnung machten. Auch wenn das Meer zum Greifen nah war, hielt uns der kalte Wind letztlich davon ab, ins Wasser zu gehen.

Probleme mit der Wasserarmatur

Also beschlossen wir, weiterzufahren und uns stattdessen um ein anderes Problem zu kümmern: Unsere Wasserarmatur in der Küche machte zunehmend Schwierigkeiten und war inzwischen undicht beziehungsweise nicht mehr funktionstüchtig.

Ein entspannter Abend vor Collioure

Am späten Nachmittag fuhren wir weiter in Richtung Collioure und fanden kurz davor einen schönen Platz für die Nacht. Dort ließen wir den Tag entspannt ausklingen und telefonierten noch mit Frank und Anno, die an diesem Tag Geburtstag hatten. Frisch geduscht – diesmal wieder problemlos im eigenen Wohnmobil – gönnten wir uns noch eine Flasche Wein, bevor wir zufrieden und ein bisschen müde ins Bett fielen.

Weiterfahrt nach Collioure

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Collioure.
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